Liebe Leserin, lieber Leser,
Andrej Karpathy, einer der bekanntesten KI-Forscher, hat die Weltbevölkerung in vier Gruppen sortiert. (Quelle zum X-Post unten). Und ich finde die Unterteilung spannend, aber auch erstaunlich.
Prüfen Sie doch jetzt kurz, wo Sie aktuell stehen:
- Gruppe 1, rund 75 Prozent, hatten kaum Kontakt mit KI.
- Gruppe 2, rund 20 Prozent, sind gelegentliche Nutzer eines Gratis-Chatbots. Diese Gruppe Nutzt KI wie eine bessere Google-Suche, zum Texte verbessern oder eine gelegentliche Zusammenfassung schreiben. Hier sind auch viele Führungskräfte. Sie wissen, was passiert, aber eigentlich nur aus zweiter Hand.
- Gruppe 3, rund 0,2 Prozent. Etwa 20 Millionen Menschen, die mit den aktuellen Modellen professionell arbeiten und erleben, dass Agenten Projekte von Wochen in wenigen Arbeitsschritten (teil-)autonom erledigen.
- Guppe 4, ein paar tausend. Interner Zugang zu Systemen, die der Rest der Welt erst als Vorschau kennt.
Der Sprung von 2 nach 3 ist hier relevant. Wenn man nicht nur Fragen stellt, sondern anfängt ganze Arbeitspakete zu übertragen, und mit den aktuellsten Modellen zu arbeiten, ist man schon raus aus den 20% und unterwegs Richtung 0.2%.
Unsere konkreten Handlungsempfehlungen dazu:
Es gibt drei Treiber: die Größe des Problems, das Feld der Arbeit und den Zugang zur KI. Eine kurze Frage fordert kein ganzes System. KI ist da am stärksten, wo Ergebnisse digital und prüfbar sind, in der Quelle geht es bei den 0.2% auch insbesondere um Entwickler und MINT-Berufe.
Daraus folgen vier Handlungsempfehlungen, um eine Stufe weiterzukommen:
- Größer denken. Geben Sie der KI kein E-Mail-Umformulieren-Thema, sondern ein ganzes Projekt: die Auswertung aller Reklamationen eines Jahres, einen kompletten Prozess, eine Kalkulation von Anfang bis Ende.
- Prüfbares zuerst. Starten Sie dort, wo klar ist, ob das Ergebnis stimmt: Zahlen, Abgleiche, Datenbereinigung, weil es da aktuell die besten Ergebnisse gibt.
- Das aktuelle Modell wählen und bezahlen.
- Einmal selbst erleben. Setzen Sie sich eine Stunde neben jemanden, der KI täglich für große Aufgaben nutzt. Oder bauen Sie selbst etwas Kleines. Der Unterschied zwischen Gruppe 2 und 3 ist vor allem auch Erfahrung sammeln.
Wenn Sie sich in Gruppe 2 wiedererkennen, ist das kein Grund zur Sorge. Es heißt nur, dass der größte Teil des Potenzials noch vor Ihnen liegt. Und Sie sind ja immerhin in den Top 20% der weltweiten Nutzer angekommen.
Und der Weg ist kurz: eine leistungsstarke KI, ein echtes Problem, ein Nachmittag Zeit und Coaching / Sparring.
Und, in welcher Gruppe sehen Sie sich selbst aktuell? Schreiben Sie mir gerne, ich bin gespannt auf Ihre Antwort.
Viele Grüße und eine erfolgreiche Woche,
Ihre,
Maria Schulze Schwienhorst-De Biasio

